Brauchwasser-Wärmepumpe Förderung in Österreich: die ehrliche Übersicht
Was Bund und Länder für Brauchwasser-Wärmepumpen vorsehen, wo es keine Förderung gibt und wie Sie trotzdem gut rechnen.
Die kurze Antwort
Eine Brauchwasser-Wärmepumpe allein wird von der Bundesförderung nicht unterstützt. Das steht ausdrücklich in der FAQ zum Kesseltausch 2026, Frage 27. Ist sie dagegen Teil eines geförderten Heizungstauschs, dürfen ihre Kosten in dieses Projekt einfließen. Auf Landesebene gibt es teilweise Möglichkeiten, etwa in Niederösterreich.
Der Hintergrund: Die Bundesförderung Kesseltausch unterstützt den Ersatz einer fossilen Heizung durch ein Zentralheizungssystem mit wassergeführter Wärmeverteilung. Eine Wärmepumpe, die nur Warmwasser bereitet, ersetzt keine Heizung und fällt deshalb nicht darunter.
Förderung für Brauchwasser-Wärmepumpen nach Stelle
Nur Programme, zu denen eine offizielle Aussage vorliegt. Für alle anderen Länder gilt: aktuelle Konditionen beim Land prüfen.
| Stelle | Brauchwasser-WP allein | Details |
|---|---|---|
| Bund, Kesseltausch 2026 | nicht gefördert | als Teil eines förderfähigen Heizungstauschs können die Kosten berücksichtigt werden |
| Niederösterreich, Eigenheimsanierung | Punkte im Punktesystem | 10 Punkte mit Energieausweis, 5 Punkte ohne, COP mindestens 3,0; kein Pauschalbetrag |
| Tirol, Wärmepumpenheizung | nicht förderfähig | reine Warmwasser-Wärmepumpen ausdrücklich ausgenommen |
| übrige Bundesländer | keine geprüfte Aussage | beim Land, bei der Gemeinde oder der Energieberatung nachfragen |
Stand Oktober 2026. Förderbedingungen ändern sich häufig, maßgeblich sind die Richtlinien der jeweiligen Stelle.
Bund: was Frage 27 genau bedeutet
Die Neuauflage der Bundesförderung Kesseltausch für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Reihenhäuser läuft mit einer Registrierung vom 2. November bis 31. Dezember 2026, anerkannt werden Leistungen ab 7. Oktober 2026. Für eine Heizungs-Wärmepumpe gibt es laut Infoblatt eine Pauschale von € 5.000. Gefördert werden Luft-Wasser-, Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen mit wassergeführter Wärmeverteilung.
Für die Brauchwasser-Wärmepumpe heißt das: Planen Sie ohnehin, Ihren Öl- oder Gaskessel durch eine Heizungs-Wärmepumpe zu ersetzen, kann eine Brauchwasser-Wärmepumpe im selben Projekt mit berücksichtigt werden. Ein eigenständiger Antrag nur für die Brauchwasser-Wärmepumpe ist dagegen nicht möglich.
Für 2027 ist ein Start der Sanierungsoffensive mit 4. Jänner 2027 angekündigt, der Antrag soll dann vor der Umsetzung gestellt werden. Die endgültigen Richtlinien sollen erst im Dezember 2026 beschlossen werden.
Niederösterreich: Punkte statt Pauschale
Einen Pauschalbetrag für den Heizungstausch gibt es in Niederösterreich nicht, das Land fördert über die Eigenheimsanierung. Die Förderung besteht aus einem Annuitätenzuschuss zu einem Bankdarlehen, dessen Höhe sich aus einem Punktesystem ergibt. Die Brauchwasser-Wärmepumpe ist darin ausdrücklich enthalten, vorausgesetzt der COP liegt bei mindestens 3,0.
- Variante mit Energieausweis: 10 Punkte für die Brauchwasser-Wärmepumpe
- Variante ohne Energieausweis (Einzelmaßnahmen): 5 Punkte
- Nur natürliche Personen mit Hauptwohnsitz im Objekt
- Antrag spätestens ein Jahr nach Baubeginn
Wie viele Euro einem Punkt entsprechen, geht aus der Zusammenfassung der Broschüre nicht eindeutig hervor. Prüfen Sie die aktuellen Konditionen direkt beim Land Niederösterreich (Wohnbauförderung) oder bei der Energieberatung NÖ.
Tirol und die übrigen Länder
In Tirol fördert die Wohnhaussanierung die Wärmepumpe als Hauptheizung. Reine Warmwasser-Wärmepumpen sind dort ausdrücklich nicht förderfähig. Für Wien, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Kärnten, Burgenland und Vorarlberg liegt uns keine geprüfte Aussage speziell zur Brauchwasser-Wärmepumpe vor. Manche Gemeinden haben eigene Programme. Vor der Bestellung lohnt deshalb ein Anruf bei der Energieberatung Ihres Landes.
So rechnen Sie ohne Förderung
Weil die Förderung meist wegfällt, zählt die Rechnung im Alltag. Laut co2online liegen die Geräte bei etwa € 1.300 bis 5.000 (Richtwert aus Deutschland), dazu kommt die Montage. Dem stehen die Stromkosten gegenüber: Wer bisher mit einem Durchlauferhitzer arbeitet, verbraucht laut OÖ Energiesparverband für dieselbe Menge Warmwasser nahezu die dreifache Strommenge. Wird das Wasser bisher über einen Kessel bereitet, kommt die Möglichkeit dazu, den Kessel im Sommer abzuschalten.
Welcher Speicher und welches Gerät für Sie infrage kommen, lesen Sie unter Speichergröße für die Brauchwasser-Wärmepumpe und im Gerätevergleich. Einen ersten Überblick gibt die Startseite zur Brauchwasserwärmepumpe.
Fragen zur Förderung der Brauchwasser-Wärmepumpe
Fördert der Bund eine Brauchwasser-Wärmepumpe?
Als alleinige Maßnahme nicht. Die FAQ zur Bundesförderung Kesseltausch 2026 hält in Frage 27 fest, dass die Installation einer Brauchwasserwärmepumpe als alleinig eingereichte Maßnahme nicht gefördert wird. Nur im Paket mit einem förderfähigen Heizungstausch lassen sich ihre Kosten mit einrechnen (Stand Oktober 2026).
Wie fördert Niederösterreich die Brauchwasser-Wärmepumpe?
Nicht mit einem Pauschalbetrag, sondern über das Punktesystem der Eigenheimsanierung. Laut Broschüre (Stand Jänner 2026) bringt eine Brauchwasser-Wärmepumpe mit einem COP von mindestens 3,0 in der Variante mit Energieausweis 10 Punkte, in der Variante ohne Energieausweis 5 Punkte. Wie viel das in Euro ausmacht, klären Sie bitte direkt beim Land.
Gibt es in Tirol eine Förderung für reine Warmwasser-Wärmepumpen?
In der Tiroler Wohnhaussanierung für Wärmepumpenheizungen sind reine Warmwasser-Wärmepumpen ausdrücklich nicht förderfähig. Gefördert wird dort die Wärmepumpe als Hauptheizung.
Lohnt sich die Brauchwasser-Wärmepumpe auch ohne Förderung?
Das hängt von Ihrer bisherigen Warmwasserbereitung ab. Wer heute mit Strom direkt erwärmt, spart deutlich, weil ein Durchlauferhitzer laut OÖ Energiesparverband fast dreimal so viel Strom braucht wie die Wärmepumpe. Die Geräte kosten laut einer deutschen Übersicht rund € 1.300 bis 5.000.
Angebote einholen und selbst rechnen
Den Preis für Gerät und Montage nennen Ihnen bis zu drei regionale Betriebe. So sehen Sie, wie schnell sich der Umstieg auch ohne Förderung rechnet.